Über 700 Jahre alt und noch immer die "Jüngste" - "Spree am Berg"

Text teilweise aus Wikipedia #Spremberg


Der Kreis Spremberg war ein Kreis zugehörig dem Bezirk Cottbus in der DDR.  Spremberg (niedersorb.: Grodk) ist eine Stadt im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße. Nach bisher bekannten Quellen wurde Spremberg erstmals 1301 erwähnt. Spremberg liegt an der Spree, dadurch lässt sich auch der Name ableiten: aus "Spree am Berg" wurde Spremberg.

Die Stadt liegt etwa 20 km südlich von Cottbus an der Grenze zum sächsischen Landkreis Kamenz zwischen Cottbus und Hoyerswerda. SprembergGaskombinat Schwarze Pumpe gehörte damit Anfang der 50iger-Jahre zu den drei "Wohnstädten" der Beschäftigten des neu entstehenden Energiekombinates Schwarze Pumpe (diese seltsame Namensgebung wird hier erklärt) und der derer, die in den umliegenden Tagebauen des Lausitzer Braunkohlenreviers arbeiteten.

Die nebenstehende Abbildung zeigt ein schon fast idyllisch anmutendes aktuelles Bild des Kraftwerkes - heute Vattenfall - welches den Energieriesen in seiner heutigen Ansicht präsentiert. Auf das Einstellen von Bildern aus Zeiten in denen der Betrieb aus mehreren Schloten Tonnen von Asche in den Himmel blies und eine wahre Dreckschleuder war, eine Zeit in der das Umweltbewußtsein so gut wie Null war, habe ich bewußt verzichtet. Trotzdem sollte nicht unbeachtet bleiben, dass auch heute noch der Kohlendioxid-Ausstoß eines solchen Kraftwerkes eine Rolle spielt, auch wenn er im Vergleich zu vor 1989 radikal gesenkt wurde und auch die Belastung durch Aschestaub und Kohlendreck radikal vermindert wurde.

Das heute eigentlich Unverständliche an der Sache ist, dass wir, die wir hier lebten und arbeiteten, diese Dreckbelastung nach einiger Zeit nicht mehr als solche wahrnahmen und als normal empfanden. Rotbrauner Aschestaub frühmorgens auf den Fensterbrettern in den drei umliegenden Wohnstädten - je nach Windrichtung war mal die eine und mal die andere Stadt dran - das war die Normalität. War der Staub z.B. in Hoyerswerda frühmorgend braun, dann kam er aus den Kraftwerken Schwarze Pumpe oder Boxberg, war er schwarz und schlichtweg ordinärer Kohledreck, dann kam er aus einer der umliegenden Brikettfabriken, zumeist aus dem Süden von Knappenrode. Die Brikettfabriken stießen mindestens genauso viel Dreck wie ein Kraftwerk aus, nur eben von anderer Farbe. Es gab wahre "Wetterpropheten" in Hoyerswerda, die aus der Farbe des nächtlichen Drecks auf dem morgentlichen Fensterbrett Windrichtung und Intensität ablesen und sogar zutreffende Wettervorhersagen für den kommenden Tag abgeben konnten. Hätte man damals schon über die Filtertechnik und das Umweltbewußtsein verfügt, wie heute und hätte man uns ein solches Kraftwerk wie nebenstehend hingestellt, dann hätten sich wahrscheinlich die Orte Spremberg, Hoyerswerda und Weißwasser zu staatlich anerkannten Luftkurorten erklärt.

Etwa ab 1956 mit dem Bau des Gaskombinates erhöhten sich in allen drei Städten die Bevölkerungszahlen in der Zeit von 1950 bis 1988. Spremberg (von 27.800 Einw. auf 30.195 Einw.), Weißwasser (von 13.844 Einw. auf 38.300 Einw.) und Hoyerswerda (von nur 9.607 Einw. auf 69.361 Einw.). Insbesondere Hoyerswerda erfuhr auf diese Weise ein politisch verordnetes Wachstum, allein nur auf der Grundlage "Wohnstadt" für einen Energiewirtschaftszweig auf der Basis nur eines Rohstoffes zu sein. Solche Maßnahmen sind immer gefährlich konjunktur- und entwicklungsabhängig und unterliegen weittragenden Veränderungen, wie sich nach der Wende für alle drei Städte im Rückgang der Bevölkerung teilweise recht drastisch zeigte. Die nach der Wende einsetzende Bevölkerungsfluktuation aus diesen Städten traf dann jedoch Spremberg am geringsten, rund 26.000 Einw. im Jahr 2006; während Hoyerswerda auf 41.560 zum Jahr 2006 abrutschte und Weißwasser noch 20.820 Einw. im Jahr 2006 zählte. Eventuell liegt in diesen Relationen der Grund für das Empfinden, dass in Spremberg von allen drei Städten die politische Wende wesentlich mehr Positivismen bewirkt hat, als in den beiden anderen Städten, jedoch zusätzlich in Hoyerswerda noch eine depressive Erstarrung und Überalterung  unübersehbar spürbar ist. Im Durchschnittsalter der Bevölkerung ist Spremberg noch immer die Stadt mit dem höchsten Anteil junger Menschen unter den drei genannten Städten.

Die Altstadt liegt in einer Auenlandschaft zwischen zwei Spreearmen auf einer Insel, umgeben von einer bemerkenswert attraktiven Landschaft. Die Spree fließt mitten durch die Stadt. Heute liegt Spremberg im äußersten Osten Deutschlands, 25 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Zwischen 1871 und 1918 war der Ort jedoch der geographische Mittelpunkt des Deutschen Reichs; darüber gibt ein Gedenkstein Auskunft, der sich nur wenige Meter vom Originalstandort befindet.

Die Ersterwähnung von Spremberg geht auf das Jahr 1301 zurück.

Als erste Besitzer der Herrschaft Spremberg ist ein aus der Wettiner Linie stammender von Landsberg verbürgt. Am 3. August 1301 wurde die Stadt und die Burg Spremberg erstmalig in einem Kaufvertrag zwischen dem Landgrafen Dietrich der Jüngere von Thüringen und Burkhard von Magdeburg erwähnt. Diese Urkunde befindet sich heute im Böhmischen Kronarchiv in Prag. Die Stadt und die Burg Spremberg werden in dieser Urkunde als opidum et castrum Sprewenberch bezeichnet. Andere Quellen sprechen von einer Ersterwähnung um 1200, als in einem Kaufvertrag von ?Wygbilde vnde Hus tzu Sprewenberg? die Rede ist. Die von Schwarzburg?Wachsenburg wurden 1349 neue Eigentümer der Stadt und des Schlosses Spremberg. 1360 kaufte Karl IV. das Schloss Spremberg den von Schwarzburg ? Wachsenburg ab. Der Sohn Karl IV. Johann von Görlitz verpfändete 1395 Schloss und Herrschaft Spremberg an Otto von Kittlitz. 1497 kaufte der Landvogt Heinrich Reuß von Plauen und Burggraf zu Meißen die Herrschaft Spremberg von der Familie von Kittlitz.

Beim Blick in die Historie meint man, dass die Geschichte Sprembergs eine Geschichte von Stadtbränden und immer wieder nachfolgendem Neuaufbau war. Am 3. Juni 1556 kam es zum ersten großen Stadtbrand, wobei die Stadt Spremberg auf Grund der damaligen dichten Bauweise fast vollständig vernichtet wurde. Am 24. August 1604 kam es zum zweiten großen Stadtbrand in Spremberg, diesem fielen unter anderem beide Kirchen, das Rathaus und mehr als 200 Wohnhäuser zum Opfer. 1626 wütete die Pest in Spremberg. 1642 während des Dreißigjährigen Krieges wurde Spremberg von schwedischen Truppen überfallen, belagert und geplündert. Am 18. Oktober 1646 kam es abermals zu einem großen den nunmehr dritten Stadtbrand in Spremberg, dabei wurde wieder das Rathaus wie auch 185 Wohnhäuser vernichtet.  1671 wütete der vierte große Stadtbrand in Spremberg, wieder brannten 200 Wohnhäuser nieder.

Im Jahr 1680 wechselten Stadt und Schloss abermals den Besitzer und im gleichen Jahr wurde Spremberg abermals von der Pest heimgesucht, die Opferzahl von 480 Toten ist gewaltig, da sie etwa die Hälfte der damaligen Bevölkerung ausmachte. Am 30. Juli 1705 kam es zum fünften und vorerst letzten großen Stadtbrand in Spremberg. Wieder wurde fast die komplette Wohnbebauung als auch beide Kirchen vernichtet. 

Am 20. April 1945 eroberten sowjetische Truppen der 1. Ukrainischen Front unter Marschall Konew nach hartnäckiger Verteidigung durch deutsche Truppen die zur Festung erklärte Stadt Spremberg. Die Innenstadt von Spremberg wurde dabei zu ca. 70 % zerstört.

Um so bewundernswerter ist die Tatsache, dass die Stadt immer wieder von ihren Bewohnern neu aufgebaut und schöner denn je gestaltet wurde. Spremberg, obwohl Kreisstadt, blieb zu DDR-Zeiten ein eher unbedeutendes kleines Kreisstädchen der unteren Liga, immer etwas von oben herab besehen vonseiten Cottbus oder Hoyerswerda. Spremberg erlebte jedoch nach der Wende seinen großen Aufschwung und wendete das Blatt gründlich. Sicherlich ist auch die Tatsache von großem Vorteil, dass die lebenssprühende freie Kreisstadt Spremberg zu ihrem Einflußbereich das Wärmekraftwerk Schwarze Pumpe nach der Länderbildung an der Grenze von Brandenburg zu Sachsen zählt und dessen Steuern nunmehr in das Spremberger Stadtsäckel fließen.

Bismarck-TurmKriegsgraeber                            


Zu den unbestrittenen Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt auf dem Georgenberg der Bismarck-Turm. Der Bismarckturm in Spremberg wurde wie viele andere Bismarcktürme auch, aus Dankbarkeit gegenüber dem 1898 verstorbenen Eisernem Kanzler Otto Fürst von Bismarck errichtet, erlebte aus politischen Erwägungen heraus viele Umbenennungen und überlebte den ersten und zweiten Weltkrieg. Erst nach der politischen Wende 1989 wurde der Turm 1991 wieder in Bismarckturm rückbenannt. Am 1. April 2003 fand genau wie die Einweihungsfeier 1903 unter großer Anteilnahme der Spremberger Bevölkerung die 100-Jahrfeier des Bismarckturmes in Spremberg statt.

Außerordentlich sehenswert sind der Stadtpark und der Georgenbergfriedhof, auf dem u.a. viele historische Grabanlagen erhalten geblieben sind. Ebenso ruhen dort die Gebeine von zahllosen Kriegsopfern, Soldaten wie Zivilisten, ebenso wird der 454 sowjetischen Soldaten gedacht, die 1945 bei den Kämpfen um Spremberg ihr Leben ließen. Der Friedhof strahlt eine gewisse Erhabenheit und Toleranz aus, ruhen doch hier nun die Feinde von einst  nebeneinander als Opfer eines Krieges, der Millionen das Leben kostete. Nebenan findet man aus DDR-Zeiten Denkmäler für die Opfer des faschistischen Terrors ebenso wie ein neueres Mahnmal für alle Opfer jeglicher Gewaltherrschaft egal welchen Colours. Irgendwie ist dieses Terrain Beleg dafür, wie die gesellschaftspolitische Beurteilung der Geschichte sich mehrmals veränderte und nun heute auf dem Stand ist, auf dem sie ist. Obwohl das nach der politischen Wende entstandene Denkmal an alle Opfer politischer Gewaltherrschaften doch irgendwie unschön "an die Seite gestellt wirkt" und sich mit dem kalten Metall und seinen Lichtrosten wenig harmonisch in die bestehende Anlage einfügt zeugt die Tatsache, dass die Spremberger z.B. das sowjetische Ehrenmal nicht hektisch und wendeeifrig niedergerissen haben, wie dies in vielen anderen Städte vollzogen wurde, von der breiten Toleranz, die die Spremberger Bürger allen Opfern von Kriegen entgegen bringen.

So ist es schon fast ungewohnt, dieses Nebeneinander der Gedenkstätten verschiedener Epochen und Anschauungen, mit dem aber einer Tatsache Rechnung getragen wird - nämlich dass all den Opfern, wem auch immer, Unrecht angetan und die Gesundheit und das Leben genommen wurde.