Einige Sätze zu meiner Person



Seit dem siebenten Lebensjahr war mir das Fotografieren als Hobby immer eine hoch interessante  und  aufbauende Tätigkeit. Damals dachte freilich noch niemand an die digitale Fotografie, alles war fest gefügt in Fimnegative, Entwickler und Entwicklerdosen und in Fixierbäder und Schalen - alles überstrahlt von der traditionellen roten Dunkelkammerleuchte. Ich war in dieser Zeit u.a. auch eine gewisse Zeit lang fest angestellter Fotograf und Redakteur in der Redaktion einer Zeitung gewesen und verfolgte das Ziel Germanistik und Geschichte zu studieren, um Journalist zu werden. Ein Bruch in meiner privaten Lebenssphäre, ein paar andere Probleme und die anschließende Entlassung als Redakteur machte diesen Lebensplänen aber dann ein jähes Ende und zu DDR-Zeiten konnte man nicht so einfach als Privatmann zur Humboldt-Uni spazieren und sagen, hier bin ich, ich will bei Euch studieren. Das war undenkbar. Da mir nun jede weitere  Reputation fehlte,  war alles vorbei. Für immer. In der DDR war diese Reputation neben den schulischen Vorleistungen das absolut Wichtigste, wenn man studieren wollte.

Die digitale Fotografie erlebte ich so in einem völlig anderen Beruf als privater Hobby-Amateur und sie bot im Unterschied zur analogen Fotografie noch die Möglichkeit, dass die bei meiner Frau so verhasste Dunkelkammer und das auf Dauer verschlossene Badezimmer endlich der Vergangenheit angehörte. Es war somit leichter als früher, meine Frau von der Notwendigkeit zu überzeugen, dass eine gute Fotoausrüstung sinnvoll wäre und einen therapeutischen Zweck erfüllen würde. Angesichts des Vorteils, dass die Fixierbadflecken nicht mehr auftraten, in der Badewanne am Wochende nicht hunderte Fotos schwammen und wässerten, der Rest der Familie wieder aufs Clo gehen konnte, wann er nur wollte und ich den "blöden Kasten" (so meine Frau zu meiner geliebten PentaconSix) nicht mehr überall mit herum schleppte, fand meine Frau die (digitale) Fotografie auf einmal auch als richtig gut.



Ich fotografiere natürlich nun mit 65 Jahren am liebsten meine Enkel, ich fotografiere aber auch, um das Geschehen rund um mich herum festzuhalten - wie sich meine Stadt,  in der ich nun mal wohne so nach und nach selbst von der Landkarte tilgt, wie aus fruchtbaren Auen und Wiesen Kippen und Steppen werden und wie Orte mit einstens der höchsten Rate an Kindern und jungen Menschen plötzlich vergreisen und weil die Abrissmenge an Wohnraum  den Neubau desselben in bezahlbarer Form weit übersteigt. Ok, ich gebe zu, das ist nichts Schönes, aber man muß es dokumentieren - egal wozu das mal später gebraucht werden kann und von wem.

Allerdings hat sich meine Ausrüstung inzwischen stark gewandelt, denn irgendwann ging es nicht mehr, die DSLRs samt Objektiven und Stativen, insgesamt eine etwa 16 Kilo schwere Ausrüstung immer mit herum zu schleppen.

Zugegeben, ich hatte zwar erst mit mir selbst und meinem Ego einige Probleme mit dem "Spielzeug", aber irgendwann klappte das dann auch damit und inzwischen begreife ich kaum noch, was mich jahreklang dazu veranlasste, den fotografierenden Packesel zu spielen. . Meine  mittlerweile auf einen Minirucksack geschrumpfte Ausrüstung wiegt kaum noch zwei bis drei Kilo, wenn sie an mir hängt, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich konsequent nur noch mitnehme, was ich wirklich brauchen werde und nicht all das, was ich vielleicht brauchen könnte. Die kleinen Systemkameras und auch die besseren Brifdes sind mittlerweile so gut geworden, dass sie problemlos eine größere Kamera ersetzen können.

Und das ist gut so, denn mit dem schweren Equipment ohne eine leichte Alternative wäre ich heute nicht mehr unterwegs und würde wahrscheinlich nicht mehr fotografieren.













*****