Ich bin immer wieder mit der Kamera dort gewesen, das Schloß und der Park sind zwar nicht übermäßig groß, sie sind kein Moritzburg und kein Rammenau - aber sie sind Kleinod, das in Sachsen in dieser Art nur einmal exisitiert und das von einer Gemeinde in liebevoller aufwändiger Arbeit wieder zu dem geworden ist, was es heute darstellt. Auch heute zieht es mich immer wieder nach Neschwitz in den kleinen aber feinen Schloßpark, auch wenn ich jedesmal darüber fluche, was da als Parkplatz angelegt wurde, das sich dann wenn es vollständig belegt ist, quasi als das hundertprozentige Chaos in der Kurve einer Straße entpuppt. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, dann stellt man eben seinen Wagen dorthin, wo noch niemand steht und man vergrößert das Chaos - das stört aber niemanden.

Meine Weisheiten über das Barockschloß Neschwitz stammen wie immer aus verschiedenen Wikipedia-Artikeln, besser kann man es nicht darstellen, als es dort steht, höchstens kürzer







Ein historisches und kunstgeschichtliches Kleinod - das Barockschloß Neschwitz


Die älteste bekannte Erwähnung der Siedlung als Nyzwas stammt von 1268. Schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts wird hier ein Rittersitz erwähnt. Das Barockschloss Neschwitz steht im gleichnamigen Ort Neschwitz, etwa 15 km nordwestlich von Bautzen in Sachsen und zählt mit dem dazugehörigen Schlosspark zu den kulturhistorisch bedeutsamen Schlossanlagen der Lausitz. Die Geschichte von Schloss Neschwitz lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen und ist stets eng verbunden mit den jeweiligen Besitzverhältnissen des ehemaligen Rittergutes als landwirtschaftliche Einheit.
Als der askanische Markgraf Otto IV. von Brandenburg im Jahre 1268 die Oberlausitz in die Landvogteien Bautzen und Görlitz aufteilte, tauchte in der Teilungsurkunde auch ein Ort namens „Nyzwaz“ auf, heute Neschwitz im Landkreis Bautzen in Sachsen. Zum Zeitpunkt dieser Teilung hat hier bereits eine am Hoyerswerdaer Schwarzwasser gelegene Wasserburg gestanden.

Lehnsleute von Neschwitz waren zu dieser Zeit die Ritter von Schreibersdorf. Der für 1454 überlieferte Umbau der alten Wasserburg zu einem Renaissanceschloss kann auf diese Familie zurückgeführt werden. Die Schreibersdorfs begannen 1543 hier auch mit der Teichwirtschaft, später wurde Neschwitz eines der Zentren der Karpfenproduktion in der Oberlausitz. Bis 1572 blieb das Gut, bis auf wenige Unterbrechungen[3] noch in den Händen der Schreibersdorfer, dann verkaufte es Dietrich von Schreibersdorf an den kaiserlichen Rat Hans Haubold von Schleinitz, dessen Familie in der Lausitz weit verbreitet war. Hans Haubold war ab 1572 Landvogt der Oberlausitz, bis er infolge einer Intrige 1594 von Kaiser Rudolph II. abgesetzt wurde und am 1. Januar 1595 auf Schloss Neschwitz in tiefster Verbitterung verstarb.

Nach dem Tode des Landvogtes ging Neschwitz an Friedrich von Pannewitz, dieser verkaufte das Gut dann 1600 an Hans von Ponickau den Jüngeren, der 1562 Amtshauptmann in Bautzen war und dem auch die Güter in Prietitz, Elstra, Königswartha und Debra gehörten. Nach der Familie Ponickau erwarb die Familie von Theler das Gut. 1674 gehörte Neschwitz der Anna von Theler, Danach wurde ihr Sohn George Bernhard von Theler Schlossherr. Der letzte der Thelers, Conrad Heinrich, verkaufte das Anwesen an Schack von Rumohr. Schack besaß das Anwesen bis 1721.

Mit der Übernahme des Besitzes durch den Prinzen Friedrich Ludwig von Württemberg-Winnental im Jahre 1721 kam es zu einer vollständigen Veränderung des Schlossgeländes.

Am interessantesten finde ich jedoch die Geschichte des Schlosses im Barock, taucht hier doch eine sachsenweit bekannte Person mit auf -
Der Prinz, der bereits seit 1703 in militärischen Diensten König August II. stand, hatte am Dresdner Hofe die Ursula Katharina von Altenbockum, Reichsfürstin von Teschen und geschiedene Fürstin Lubomirska, die im gleichen Jahr die Mätresse des Königs wurde, kennen gelernt. Jetzt, fast zwanzig Jahre später, – August II. hatte längst andere Frauen in seine Gunst genommen und der Prinz hatte sich für ihn in zahlreichen Schlachten geschlagen – fand der König offenbar Wohlgefallen an einer festen Verbindung zwischen Ursula Katharina und Friedrich Ludwig. Letzterer zeigte jedenfalls höchstes Interesse an der noch immer attraktiven Frau, und so benötigte er ein „angemessenes“ Brautgeschenk. Also erwarb er die Neschwitzer Immobilie und beauftragte den damaligen Dresdner Oberlandbaumeister Johann Friedrich Karcher, diese vollkommen umzubauen. Die "Teschen", wie sie genannt wurde, Ursula Katharina von Altenbockum (* 25. November 1680 in Warschau (?); † 4. Mai 1743 in Dresden) war ursprünglich eine Mätresse des polnischen Königs und sächsischen Kurfürsten August des Starken, auf dessen Betreiben sie auch zur Fürstin von Teschen erhoben wurde. Bereits 1705 wurde Ursula Katharina von Teschen durch die größte Affäre August des Starken verdrängt: Anna Constantia von Hoym, die spätere Gräfin Cosel, nahm jetzt ihre Stelle ein. Vom König gedemütigt und vom Dresdner Hof geächtet, zog sich die Fürstin zunächst auf ihren Landsitz nach Hoyerswerda zurück, den ihr August der Starke 1704 als Leihgabe für 250.000 geliehene Reichstaler übereignet und für den sie später die gesamten Rechte erhalten hatte. Hier warb der zehn Jahre jüngere Prinz Friedrich Ludwig von Württemberg-Winnental um die Zuneigung der immer noch schönen Fürstin. Als Brautgeschenk kaufte er im Jahre 1721 das Barockschloss Neschwitz und ließ es umbauen. Schließlich gab Katharina seinem Werben nach. Sie heirateten am 22. Oktober 1722 heimlich und zogen im darauf folgenden Jahr in das Barockschloss Neschwitz ein, das zu ihrer Sommer- und Jagdresidenz wurde. Zwölf Jahre nach der Eheschließung, am 19. September 1734, fiel Friedrich Ludwig in der Schlacht bei Guastalla. Gemäß der Heiratsvereinbarung und gegen den Widerstand des Hauses Württemberg nahm Katharina Namen und Wappen ihres verstorbenen Mannes an, die sie bis zu ihrem Tod weiterführte. Die Herrschaft Hoyerswerda trat sie im Jahre 1737 gegen eine Jahresrente von jährlich 18.000 Reichstalern für sich selbst und von ihrem Tode an von 6.000 Reichstalern für ihren Sohn an die kurfürstliche Kammer und somit an August III., den einzigen legitimen Sohn Augusts des Starken, ab. Im selben Jahr verkaufte sie ihre Besitzungen in Neschwitz an Alexander Joseph Graf Sulkowski, den sächsisch-polnischen Außenminister des Königs. 1757 verkaufte dieser das Schloss an Johann Heinrich Simonis, den Sohn des Geheimen Russischen Kriegsrates Johann Heinrich Simonis, der 1735 den Wiener Präliminarfrieden zwischen Polen, Russland und Sachsen mit verhandelt hatte.

Im Jahre 1763 begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte dieses Anwesens.

Der Siebenjährige Krieg hatte auch in Neschwitz katastrophale Folgen hinterlassen. Wiederholte, in der Nähe des Ortes eingerichtete Heerlager von österreichischen und preußischen Truppen brachten Beschlagnahmungen, Brandschatzungen und Misshandlungen der Einwohner mit sich, sodass sich Gut und Schloss, insbesondere aber die Bevölkerung von Neschwitz, am Rand des Ruins befanden. In dieser Situation erwies es sich als Glücksfall, dass Wolfgang Freiherr von Riesch 1763 Gut Neschwitz kaufte und das Schlossgelände zu seinem Sommersitz erkor. Die Rieschs stammten ursprünglich aus dem Kanton Zürich und waren eine in Sachsen sehr angesehene und begüterte Familie. Wolfgang von Riesch war kurfürstlich-sächsischer Geheimer Rat und hoch geehrt mit dem schwedischen Nordstern-Orden.[12] Außerdem hatte er auch in Wien Karriere gemacht und war dort Hofbankier und Kaiserlicher Rat. Er nutzte seinen Reichtum sowohl für die Verschönerung und Erweiterung der Schlossanlage als auch für wohltätige Zwecke, vorerst aber gab er den Einwohnern von Neschwitz Lohn und Brot. Der Park wurde um einen im englischen Stil gestalteten Teil erweitert, der zwischen der Balustrade und dem Blauen Tor angeordnet wurde. Hier entstanden drei in einer Achse liegende Springbrunnen und ein Jagdpavillon. 1766 entschied der Freiherr, sich hier mit seiner Familie endgültig anzusiedeln und beauftragte den sächsischen Hofbaumeister Friedrich August Krubsacius, der mit dem Bau des Dresdner Landhauses bekannt geworden war, jenseits des Blauen Tores ein neues großes Schloss zu erbauen. Der Bau des Neuen Palais dauerte bis 1775.

Der Freiherr hatte mehrere Söhne. Der Älteste, der 1749 geborene Isaak Wolfgang Freiherr von Riesch, war in Dresden kurfürstlich-sächsischer Geheimrat und königlich polnischer Kammerherr und unter anderem auch bekannt durch die finanzielle Förderung des böhmischen Komponisten Johann Baptist Vanhal. Isaak übernahm 1776 die Leitung des Hauses und ließ 1788 zum Andenken an seinen Vater am dem Parkeingang gegenüberliegenden Ende der Querachse des Parkes einen noch heute vorhanden Obelisken mit einem Relief-Portrait und einer Gedenktafel aufstellen.
Er führte Gut und Schloss mit hoher Kompetenz, und von seinen Reisen durch Europa brachte er viele Kunstschätze mit nach Neschwitz, die, im alten, nicht mehr bewohnten Barockschloss untergebracht, zu einer exzellenten Sammlung von Gemälden, Büchern, Antiken, Mineralien, Münzen und Conchylien gestaltet wurden. In diesem Zusammenhang erfolgte 1806 auch die Dekoration der großen Halle des Schlosses im pompejanischen Stil. Ebenso sorgte er fortwährend für die Verschönerung der Parkanlagen und befasste sich insbesondere mit der Ansiedlung neuer Baumarten. 1792 wurde Isaak in den Grafenstand erhoben.

Am 25. März 1810 starb Isaak Graf Riesch und sein Bruder, der kaiserlich-österreichische Reitergeneral Johann Sigismund Graf Riesch übernahm die Besitzungen. Er führte sie im Sinne seines Vaters und seines Bruders weiter, konnte aber nicht verhindern, dass infolge der Befreiungskriege gegen Kaiser Napoleon und der damit zusammenhängenden Kämpfe bei Königswartha 1813 Neschwitz wiederum stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Johann Sigismund starb 1821.


In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirchschule von Neschwitz und auch der Theaterpavillon im Schlosspark zerstört. Der danach von der Sowjetkommandantur eingesetzte kommunistische Bürgermeister von Neschwitz hatte das Neue Schloss zum Plündern freigegeben. In der Folge wurde es zwei Wochen nach Kriegsende, am Pfingstsonntag, den 20. Mai 1945, angezündet und bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wobei auch die wertvollen Dokumente der Vogelschutzwarte vernichtet wurden. Im gleichen Jahr wurde Freiherr von Vietinghoff, ungeachtet seiner Verdienste für Land und Forst, im Zuge der Bodenreform enteignet und das Schlossgelände zum Volkseigentum erklärt. 1948 wurden die Reste des Theaterpavillons abgetragen. Im gleichen Jahr erfolgte auch der Abriss der Ruine des Neuen Palais, auf seinen Grundmauern entstand eine neue, in Neschwitz dringend benötigte Schule. Am 2. Januar 1952 begann wieder der Unterricht.

Von 1953 bis 1970 war Neschwitz erneut Sitz einer Vogelschutzstation, deren bekanntester Leiter der Ornithologe Gerhard Creutz (1911–1993) war. Die Station gehörte der Deutschen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften Berlin und hatte ihre Arbeitsräume im Alten Schloss, in dem auch eine Ausstellung zu besichtigen war. In den Jahren 1958/1959 wurde der zweigeschossige Festsaal im pompejanischem Stil aus der Zeit um 1800 restauriert. Seit 1961 finden jährlich Konzerte im Festsaal und seit 1978 Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst in der "Kleinen Galerie" des Schlosses statt. Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen in Schloss und Park wurden bis zur deutschen Wiedervereinigung vor allem durch die Kulturbundgruppe Neschwitz (jetzt Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz e.V.) durchgeführt. In den Jahren 1988 bis 1990 wurde die Fassade des Barockschlosses erneuert. An der Baumasse des Alten Palais und der Pavillons wurde zur Zeit der DDR nur das Notwendigste gesichert, es drohte der Verfall.

Mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 wurde die Gemeinde Neschwitz Eigentümerin von Schloss und Park. Sie übernahm damit ein schwieriges Erbe. Der Park und die Pavillons sind mittlerweile wieder saniert, in einen der Pavillons zog 1994 die Naturschutzstation Neschwitz ein, in einen zweiten die Sächsische Vogelschutzwarte. Diese betreibt unter anderem auch eine Pflegestation für verletzte Vögel. Und auch in den dritten Pavillon sind Vereine als Mieter eingezogen. Im Alten Palais selbst sind noch zahlreiche Sanierungsarbeiten auszuführen.  Immerhin ist im Schloss wieder eine Ausstellung zu besichtigen und in der großen Halle sind standesamtliche Eheschließungen im festlichen Rahmen möglich.