Geflutete Tagebaue sind die eine Sache - Sehenswürdigkeiten am Rande sind eine andere Sache
Beides gehört jedoch zusammen.



1. Der rostige Nagel, ein begehbarer Aussichtsturm
Was heißt begehbar, richtiger muß es heißen besteigbar, bergmännisch heißt es befahrbar. Aber egal wie, es bleibt Ihnen nicht erspart, aus eigner Kraft den Aussichtsturm erklimmen zu müssen. Einige ganz Sportliche haben inzwischen ihren täglichen Radrundkurs so gelegt, dass sie an der Landmarke vorbeikommen, dann dort ein- oder mehrmals rauf- und runter rennen und dann mit ihrem Drahtesel weiter düsen (man siehe die letzten Bilder meines Albums, da ist gerade einer in Aktion) Ich selbst habe dann beschlossen, doch weiter mein Auto zu benutzen und es bei einem Auf- und Abstieg zu belassen. Den gut durchtrainierten Hobbysportlern kann ich nur neidvoll zusehen.

An der Einmündung zum Sedlitzer See wurde diese 30 Meter hohe Landmarke, die der Volksmund "Rostiger Nagel" taufte, erbaut. Dabei handelt es sich um einen Aussichtsturm aus 111 Tonnen Cortenstahl, mit der Grundfläche eines rechtwinkligen Dreiecks mit Kathetenlängen von ungefähr zwölf und acht Metern. 162 Stufen führen zur Aussichtsplattform auf dem Turm. Von der Aussichtsplattform sieht man neben den verbundenen Seen den aus dem ehemaligen Tagebau Meuro entstehenden Großräschener See, den Windpark in Klettwitz und die Kraftwerke Schwarze Pumpe und Boxberg. Bei einem meiner Besuche fand ich oben zwei Männer vor, die mit einem vierzölligem 500mm-Spektiv und einem Vierzoll-Maksutov-Spiegel auf einem Dreibein in Richtung Norden schauten und mir versicherten, dass sie den Berliner Fernsehturm erkennen konnten. Ich durfte dann freundlicherweise auch mal durchschauen, aber die Luftunruhe war durch die Wärme so stark und meine Sehkraft altersbedingt auch nicht mehr die Beste, dass ich die Kugel der Berliner Telespargels nicht erkennbar ausmachen konnte.



Am 23. Oktober 2008 wurde der Turm nach 70 Tagen Bauzeit freigegeben. Der Name entstand, weil der Turm materialbedingt mit einer rotbraunen Patina überzogen ist, die im Laufe der Zeit noch zunehmen wird. Dies soll dem Turm ein Aussehen von Tagebaumaschinen geben. Die Kosten betrugen fast eine Million Euro. Der Turm wurde im Themenjahr „Seensucht Lausitz“ der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land eingeweiht. Der Entwurf stammt vom Münchner Architekten Stefan Giers.



Mein Album vom Aussichtspunkt

Weiterführendes hier
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